Terroristen lassen sich nicht von Atomwaffen abschrecken
Selbstmordattentäter lassen sich durch keine Drohung von ihrem Vorhaben abbringen. Menschen, die bereit sind für eine Überzeugung als Märtyrer zu sterben und mit Teppichmessern in der Hand Flugzeuge zu effektiven Bomben umfunktionieren, können nicht mit Atomwaffen bekämpft werden.
Andererseits gleicht die bloße Existenz von Atomwaffen einer Einladung für Terroristen sie sich anzueignen, um sie für ihre Zwecke zu nutzen. Gestohlenes radioaktives Material kann für „schmutzige“ Bomben genutzt werden.
Der Finger ist nach wie vor auf dem roten Knopf
Der Kalte Krieg ist längst vorbei. Aber: Tausende von Atomraketen in den USA und Russland können jederzeit gestartet werden und Millionen von Menschen töten. Bei Alarmstufe Rot muss die Entscheidung fallen, ob ein Angriff auf dem Computerbildschirm echt ist. Dann wird innerhalb von wenigen Minuten entschieden, einen Vergeltungsschlag durchzuführen. Ein menschlicher Fehler ist dann nicht unwahrscheinlich. Das Starten der Raketen dauert weniger als eine Minute, drei Minuten brauchen sie, um aus den Silos zu kommen und etwa 25 Minuten Flug bis zum Ziel.
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Jetzt im Angebot: Atomwaffen für alle
Israel. Indien. Pakistan. Nordkorea. Wer wird als nächster Atomwaffenmacht? Trotz vertraglicher Sperre seit 1970 ist die Zahl der Atomwaffenstaaten von fünf auf neun gestiegen. Der jüngste – Nordkorea – rüstet mit dem Argument, sich gegen die USA verteidigen zu müssen, auf. Mit dem Krieg gegen Irak provozieren die USA viele Länder, sich zum "Schutz" gegen den selbsternannten Weltpolizisten atomar zu bewaffnen. Wenn der Atomwaffensperrvertrag verfällt, dann werden wir in einer Welt mit Dutzenden Atomwaffenstaaten ohne jede Kontrolle leben. Bereits heute wird Atomwaffentechnologie auf dem Schwarzmarkt angeboten und gekauft.
Ein Raucher kann niemandem die Zigaretten verbieten
Ein Raum mit 200 Personen darin. Neun von ihnen rauchen, davon haben fünf versprochen in Zukunft damit aufzuhören (solange toleriert es der Rest). Vier rauchen, obwohl es nicht erlaubt ist. Die meisten Menschen im Raum sind Nichtraucher, sie haben nicht das Bedürfnis nach Tabak. Sie würden es begrüßen, wenn auch die neun das Rauchen aufgeben würden. Einige würden es insgeheim doch gerne tun. Eine verfahrene Situation. Wie lange dauert es, bis andere auch anfangen? Was passiert, wenn einer der Raucher seine Packung herumreicht? Haben manche der Nichtraucher bereits heimlich auf der Toilette gepafft?
Atomwaffen schützen nicht vor AIDS oder Umweltzerstörung
Atomare Aufrüstung bzw. Nicht-Abrüstung mit dem Verweis auf terroristische Bedrohungen oder „Schurkenstaaten“ verkennt offenen Auges die tatsächlichen Bedrohungen denen weltweit Menschen ausgesetzt sind: Lungenkrankheiten, Durchfallerkrankungen, Krankheiten wie Malaria, Hepatitis, Masern und AIDS, Hunger. Dazu kommen Umweltzerstörung, Klimaveränderung, Bürgerkrieg, Kleinwaffen. Sicherheit für Menschen besteht u.a. aus dem Zugang zu sauberem Wasser, eine gute Ernährung, Gesundheit, Bildung und ein sicheres Zuhause. Waffen, egal welcher Art, können diese Sicherheiten nicht gewähren.
Atomwaffen als Zielscheibe
Wer Atomwaffen hat, dem wird mit Atomwaffen gedroht. In Deutschland gibt es geschätzte 150 US-Atombomben, die in Büchel und Ramstein lagern. Außerdem müssen im Rahmen der nuklearen Teilhabe deutsche Piloten im Ernstfall die US-Atomwaffen für die NATO einsetzen. Deutschland ist damit ein Ziel für "feindliche" Atomwaffen. Gleiches gilt für Belgien, Holland, Italien und die Türkei. Natürlich sind Großbritannien und Frankreich als Atomwaffenstaaten auf der Abschussliste. Im Ernstfall würde Europa genauso vernichtet werden wie die USA und Russland.
Keine Hilfe im Ernstfall
Die Ärzte sagen: Wir können Euch nicht helfen. Wenn es zu einem Atomkrieg kommen sollte, und sei er auch nur "begrenzt", würde jedes Gesundheitswesen vollkommen zusammenbrechen. Allein die Zahl der Verbrennungen durch einen Atomwaffeneinsatz würde die am besten ausgestatteten Kliniken überfordern – wenn die Kliniken noch existieren oder ausreichend medizinisches Personal am Leben bleiben sollte. Dazu kommt die Strahlenkrankheit. Viele Menschen würden einen qualvollen Tod erleiden und hätten überhaupt keine Behandlung zu erwarten. Im "normalen" Krieg hat das Gesundheitswesen kaum eine Chance, Menschen zu helfen. Im Atomkrieg sind die Chancen gleich Null.
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