»Wir dürfen nicht wieder scheitern«

26.03.2011 Unter den Eindrücken der atomaren Katastrophe in Japan diskutiert das Bündnis »Zukunft ohne Atomwaffen« auf einer zweitägigen Tagung seit Freitag in München über die Gefahren der zivilen sowie der militärischen Nutzung von Atomkraft. Heute schließen sich die Umweltschützer, Friedensaktivisten und Wissenschaftler der Demo am Odeoansplatz an. Die Grünen-Politikerin Rebecca Harms ist eine der Teilnehmerinnen.
25 Jahre Tschernobyl - Bombenrisiko Atomkraft
Tagung, 25. und 26. März 2011
Eine-Welt-Haus, Schwanthalerstr. 64, 80336 München
Atomwaffen und Atomenergie gemeinsam abschaffen
Die Geschichte der zivilen Nutzung der Atomenergie wäre undenkbar ohne die Erfindung der Atombombe. Die zivile und die militärische Nutzung der Atomenergie sind zwei Seiten derselben Medaille, dem Spiel mit dem atomaren Feuer. Mehrfach stand die Menschheit im 20. Jahrhundert am nuklearen Abgrund: Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki löschten Hunderttausende Menschen aus, bis heute leiden die Überlebenden an Folgekrankheiten und seelischen Nöten. Auch die atomare Katastrophe von Tschernobyl hat die Welt verändert. Millionen Menschen wurden über Nacht zu Opfern, riesige Gebiete unbewohnbar, Hunderttausende von Menschen erkrankten an Krebs und an zahlreichen Nichtkrebserkrankungen.
In welchem Verhältnis stehen die zivile und die militärische Nutzung der Atomenergie heute? Bei dieser Tagung wollen wir mit Hilfe namhafter ExpertInnen und AktivistInnen dieser Frage auf dem Grund gehen. Die Tagung bietet Informationen zur internationalen Situation in Sachen Atomwaffen und Atomenergie und Berichte über die Verflechtung der Technologien zur Herstellung von Atomkraft und -waffen. „Dual-Use“ ist der Fachbegriff für diese Technologien, Materialien und Ausstattung, die man sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke nutzen kann und aufzeigt, dass sie nicht eindeutig von einander zu trennen sind. Für Atomkraft genauso wie für Atomwaffen wird Uran auf dem Rücken von Mensch und Umwelt abgebaut. Über die Folgen und Handlungsoptionen wird in Arbeitsgruppen und im Plenum diskutiert.
Wir laden Sie ein, an dieser Tagung im Eine-Welt-Haus in München teilzunehmen.
Programm
Freitag, den 25.03.
19:00 Uhr
Öffentliche Veranstaltung
„Bombenrisiko Atomkraft“
Begrüßung von Stadtrat Siegfried Benker, München
Eröffnungsvortrag von Hans-Peter Dürr, alternativer Friedensnobelpreisträger
Podiumsdiskussion
Angelika Claussen (IPPNW), Jochen Stay (ausgestrahlt), Hedwig Krimmer (ver.di)
Samstag, den 26.03.
10:00 Uhr
Plenum mit Vorträgen
Regina Hagen (Trägerkreis Atomwaffen abschaffen)
Aktuelle Situation Atomwaffen
Hubert Weiger (BUND)
Entwicklungen bei der Atomenergie
Claus Biegert (Nuclear Free Future Award)
Uranabbau
Wolfgang Liebert (FONAS)
Dual Use: Atomkraft ein Bombendeal
Karin Wurzbacher (Umweltinstitut München)
HEU und Garching
13:00 – 14:30 Uhr Mittagspause
14:30 – 16:00 Uhr
Arbeitsgruppen
AG1: Atomwaffen: Zwischen Proliferation und NWC
AG 2: Renaissance der Atomkraft und erneuerbare Energien
AG 3: Uranabbau
AG 4: Dual Use
AG 5: HEU und Garching
AG 6: Gemeinsam Handeln
16:00 – 17:30 Uhr
Schlussplenum
„Abschaffen und Abschalten: Energiepolitik als Friedenspolitik – Zur Aktualität der Debatte aus Energie- und Friedenssicht, Bewegung und Politik“
Christoph Bautz (campact), Nina Eisenhardt (BANg), Reiner Braun (IALANA), Kerstin Weiss (ver.di), Rebecca Harms (MdEP, Bündnis 90/Die Grünen)
Moderation: Monty Schädel (DFG-VK)

